Wie funktioniert ein Pumpspeicherkraftwerk?
Auf Französisch heißt es STEP, „Station für Energieübertragung durch Pumpen“. Stellen Sie sich zwei Badewannen vor, eine auf dem Dachboden, eine im Keller, verbunden durch ein Rohr und eine Pumpe, die auch rückwärts laufen kann, wie eine Turbine. Wenn das Netz zu viel Strom hat (nachts, am Wochenende oder wenn Wind und Sonne viel liefern), pumpt sie das Wasser vom Keller auf den Dachboden. Wenn alle gleichzeitig ihren Backofen einschalten, wird der Hahn geöffnet: Das Wasser fließt zurück, treibt die Turbine an, und nach wenigen Minuten ist der Strom wieder im Netz.
Ein Pumpspeicherkraftwerk erzeugt also keine Energie, es speichert sie. Es ist eine Batterie aus Wasser und Granit. Etwa ein Viertel der Energie geht dabei verloren, aber man gewinnt das Wichtigste: Strom genau dann, wenn er fehlt.
Montézic in Zahlen
- Der Dachboden: der See von Montézic auf etwa 700 Metern Höhe, mit 30 Millionen Kubikmetern nutzbarem Wasser, gehalten von zwei Steinschüttdämmen (Monnès, 820 Meter lang und 57 Meter hoch, und L'Étang, 680 Meter lang).
- Der Keller: der Stausee von Couesques an der Truyère, auf den man von Valon hinunterblickt.
- Die Fallhöhe: etwas mehr als 400 Meter zwischen beiden.
- Die Maschinen: vier umkehrbare Maschinensätze mit etwa 230 MW im Turbinen- und 210 MW im Pumpbetrieb, in einer Kaverne im Granit mehr als 400 Meter unter der Oberfläche. Insgesamt rund 910 MW, das zweitgrößte Pumpspeicherkraftwerk Frankreichs.
- Der Rhythmus: Mit allen vier Pumpen in Betrieb wäre der nutzbare Teil von Couesques in etwa vierzig Stunden leer. Das Kraftwerk pumpt und erzeugt also fast jeden Tag.
- Die Geschichte: Bau von 1976 bis 1982, Erneuerung der vier Maschinensätze zwischen 2015 und 2020. Fällt das ganze Netz aus, gehört Montézic zu den Kraftwerken, die beim Wiederanfahren helfen können.
Montézic II, das zweite Kraftwerk
EDF will neben dem ersten ein zweites unterirdisches Kraftwerk bauen, mit zwei neuen Pumpturbinen von je etwa 233 MW: 466 MW mehr, insgesamt fast 1.400 MW. Die Seen bleiben gleich, das Wasser pendelt weiter zwischen Montézic und Couesques. Das Projekt lag lange auf Eis, weil Frankreich und Brüssel über die Wasserkraftkonzessionen stritten. Nach dem Kompromiss von 2025 wird ab Sommer 2026 für anderthalb bis zwei Jahre ein Erkundungsstollen gegraben, um den Fels zu prüfen. Die Hauptbauarbeiten folgen für etwa fünf Jahre; die Inbetriebnahme ist für Mitte der 2030er Jahre angekündigt.
Wie das erste wird auch das neue Kraftwerk in den Berg gegraben: Die Arbeiten finden größtenteils unter der Erde statt, ohne Wanderer oder Besucher zu stören. Für das Stromnetz ist es eine weitere große Batterie, um die Schwankungen von Wind und Sonne auszugleichen.
Sie arbeiten auf der Baustelle? Unsere Ferienhäuser liegen direkt gegenüber dem Werk, 600 Meter Luftlinie: siehe unsere Seite Monteurunterkunft Montézic II.
Die Führung durch das Kraftwerk
Durch das Kraftwerk führen Mitarbeiter von EDF, die dort arbeiten. Los geht es im Informationsbereich am Eingang: Schautafeln, Filme und ein Modell der gesamten Anlage, von den beiden Seen bis zu den Maschinen, an dem man den Weg des Wassers gut verfolgen kann. Danach geht es mit Helm in den Zugangsstollen. Er ist fast einen Kilometer lang und führt hinunter in die Maschinenhalle, 400 Meter unter dem Plateau. Die Kaverne ist etwa 142 Meter lang, 25 breit und 35 hoch: Die vier Maschinensätze stehen in einer Reihe, und die Lichter im Gewölbe wirken wie ein Sternenhimmel. Insgesamt dauert die Führung etwa zwei Stunden.
- Wann: samstags und sonntags von Mai bis Mitte September, mit mehreren Führungen am Tag (vormittags, am frühen und am späten Nachmittag).
- Reservierung: mindestens 48 Stunden im Voraus beim Tourismusbüro in Saint-Amans-des-Côts (+33 5 65 44 81 61) oder auf der Website von Tourisme en Aubrac. Ohne Reservierung kommt niemand hinein, auch wenn noch Plätze frei sind.
- Für wen: ab 8 Jahren. Jeder Besucher muss einen Ausweis vorzeigen.
- Kleidung: geschlossene Schuhe sind Pflicht, dazu eine Jacke. Helm und Warnweste werden vor Ort ausgeliehen.
- Im Auto lassen: Taschen. Fotos und Videos sind in der Maschinenhalle verboten.
- Treffpunkt: am Empfang des Kraftwerks an der D621 in Montézic, 20 Minuten vor Beginn. Von Valon aus fährt man etwa zehn Minuten.
Auch ohne Führung lohnt sich ein Spaziergang um den See von Montézic, und der Wasserfall Saut du Chien liegt direkt oberhalb des Kraftwerks.
Unser Tipp
Reservieren Sie im Sommer früh, die Plätze sind begrenzt. Nach der Führung ein Picknick auf dem Plateau und der Nachmittag am Saut du Chien. Und abends, zurück in Valon, schauen Sie hinunter auf den Stausee von Couesques: Sein Wasserstand steigt und fällt mit dem Stromverbrauch des Landes.